Pfarrkirche St. Marien

 

 

Die heutige St.-Marien-Kirche wurde zwischen 1894 und 1896 als neugotische Basilika nach den Plänen von Wilhelm Rincklake aus Münster erbaut. 

Sie ist Marien-Wallfahrtskirche und wird von vielen Pilgern besucht.

Auch der Jakobsweg führt durch Lünen.

In unserer Kirche befindet sich eine Pilgerstempelstation an der Seite vor der Marienkapelle.

Kunstwerke aus dem Mittelalter sind

  • das Gnadenbild um 1260 - 70
  • der Taufstein um 1270 und
  • das Triumphkreuz aus dem 14. Jahrhundert

 

Die Ausmaße der heutigen St.-Marien-Kirche

Höhe
des Turmes
82,86 m
davon Knauf, Kreuz und Hahn  3,78 m
Äußere  Länge der Kirche66,00 m
Breite der Kirche26,00 m
Grundfläche970 m²
Höhedes Mittelschiffs18,25 m
der Vierung22,30 m
der Seitenschiffe  9,50 m
InnereLänge einschl. Turm57,00 m
Breite21,00 m

 

Der Turm der St.-Marien-Kirche zu Lünen gehört zu den 100 höchsten Kirchtürmen Deutschlands. In der Reihenfolge der Höhe steht er an 89. Stelle.

 


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Das Gnadenbild

Gebetszettel von 1682
Gnadenbild "Unserer lieben Frau"

Das Gnadenbild "Unserer lieben Frau" in Altlünen ist wahrscheinlich das älteste darstellende Marien-Gnadenbild im Bistum Münster. Der ehemals starke Wallfahrtsbetrieb ist in diesem Jahrhundert deutlich schwächer geworden, ist aber nie ganz zum Erliegen gekommen. Die letzte nachgewiesene Prozession mit dem Gnadenbild fand zum Fest Mariä Himmelfahrt 1968 statt. Doch nach wie vor pilgern zahlreiche Einzelpilger und Gruppen zum Gnadenbild.

 

Es befindet sich heute im linken Seitenchor auf einer kunstvollen Steele von 1996. Die Gestaltung der Marienkapelle oblag dem Künstler Ernst Rasche aus Mühlheim an der Ruhr.

 

Das Gnadenbild ist eine ca. 43 cm hohe, aus Eichenholz geschnitzte Madonna. Maria ist auf einer Polsterbank sitzend mit dem Jesuskind auf dem Schoße dargestellt. Die Plastik zeigt die typischen Züge der ausgehenden Romanik und dürfte in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts entstanden sein. Herausragendes Merkmal ist ein deutliches Lächeln im Gesicht Maria, was an den berühmten lachenden Engel von Reims erinnert.

Die Mutter trägt, wie auch das Jesuskind, auf der Brust ein Gläschen. 1896 wurde das Gnadenbild neu gefaßt. Aus diesem Anlaß wurden die Gläschen geöffnet. Dabei fand man unter anderem drei Körner von rotbrauner siegellackähnlicher Masse hinter dem Gläschen auf der Brust der Mutter.

Es wird vermutet, dass die Körner mit dem "Öl der hl. Jungfrau" zu identifizieren sind, das nach alten Berichten in der Pfingstprozession mitgetragen wurde.

Im Kopf der Mutter findet sich eine weitere Höhlung mit Reliquien, die mit einer kleinen Blechplatte verschlossen ist. Mutter und Kind tragen eine silberne Krone auf dem Kopf. Die Mutter trägt außerdem ein Zepter in der rechten Hand. Die Krone des Kindes stammt aus dem Jahr 1693. Für die Mutter mußte im Jahr 1899 eine neue Krone angefertigt werden.

 

 

Die erhalten gebliebenen Votivgaben sind in der Marienkapelle in einem gesicherten Schaukasten an der linken Wand untergebracht. Unter dem Schaukasten befinden sich die ältesten Votivgaben in der St.-Marien-Kirche: eiserne Fesseln. Vermutlich Fesseln, die "Christen von ihren Feinden" - also Heiden - angelegt worden sind.

 

 


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Die Fenster

1991 wurde mit dem Einbau neuer Fenster begonnen. Über drei Jahre dauerten die Vorbereitungen. Vier Künstler wurden in einem beschränkten Wettbewerb zur Abgabe ihrer Entwürfe aufgefordert. Die Arbeiten des Krefelder Künstlers und Glasmalers Hubert Spierling gefielen am Besten.

Die Durchführung der Arbeiten wurde an die Glaswerkstatt Dr. Heinrich Oidtmann in Linnich vergeben. Als Material hatte der Künstler mundgeblasenes Opal-Opakglas vorgegeben.

Sehr viel Wert wurde auf den Einbezug des Kreuzes im Triumphbogen als Gestaltungselement in den Fenstern des Hochchores gelegt.

Zunächst wurden die Fenster des Langschiffs, Kreuzschiffs und Hochchores ersetzt. Seit 2000 (?) sind auch die Fenster in der Taufkapelle (ehemalige Josefskapelle) neu.

So hat die Kirche wieder eine Verglasung aus einer Hand, wenn man von den Fenstern der Marienkapelle absieht.

 

 

Die Fenster im Langschiff

Themen in der Reihenfolge von hinten nach vorne:

Baum des Lebens , (Offenb. 22, 1 - 5), (Nordseite, erstes Fenster von hinten, links)

Der Weinstock, (Joh. 15, 5 - 8), (Südseite, erstes Fenster von hinten, rechts)

Jona und der Fisch, (Jona 2, 1 - 11), (zweites Fenster, links)

Der reiche Fischfang, (Luk. 5, 4 - 7 und 10 - 12), (zweites Fenster, rechts)

Noah und die Sintflut, (Mos. 8, 6 - 13), (drittes Fenster, links)

Der verlorene Sohn, (Lik. 15, 20 - 24), (drittes Fenster, rechts)

Der brennende Dornbusch, (2. Mose 3, 2 - 6), (viertes Fenster, links)

Das Pfingstgeheimnis, (Ap. 2, 1 - 4), (viertes Fenster, rechts)

 

Bilder folgen in Kürze

 

 

Die Fenster im Kreuzschiff

Drei Jünglinge im Feuerofen und Engel, (Daniel 3, 23 - 27 und 49 - 52), (Nordseite, obere Motive)

Verteibung aus dem Paradies, (Gen. 3, 21 - 24), (Nordseite, unten links)

Abraham - Opfer Isaaks, (Gen. 22, 9 - 12), (Norseite, unten rechts)

Frau mit Kind und Engel mit Drache , (Geh. Offenb. 12. Kap.), (Südseite, obere Motive)

Verkündigung an Maria, (Luk. 1, 26 - 31), (Südseite, unten links)

Heimsuchung, Maria und Elisabeth, (Luk. 1, 39 - 44), (Südseite, unten links)

 

Bilder folgen in Kürze

 

 

Die Fenster im Hochchor

Die weinenden Frauen am Grabe, (Mk. 16, 1 - 6), (linkes Chorfenster)

Der Gang nach Emmaus, (Luk. 24, 23 - 25 und 27 - 31), (rechtes Chorfenster)

 

Bilder folgen in Kürze

 

 

Die Fenster in der Taufkapelle

Fenster von links nach rechts:

Wasser aus dem Felsen (Exodus 17,6)

Die Taufe (Luk 3,21 - 22)

Durchzug durch das Rote Meer (Exodus 14,21 - 22, 24)

(Auszug aus der Infoschrift von Hans Krämer 2003)

 

 

Die Fenster in der Marienkapelle

Die Fenster in der Marienkapelle sind exakt auf das Marienbild ausgerichtet und stören nicht das Gesamtbild der Kirche. 

Der Künstler und Glasmaler Wilhelm Rengshausen aus Lünen arbeitete mit Antikglas, Blei und Schwarzlot. 

Die Fenster zeigen von links nach rechts:

  • Die Legende von den Blutstropfen
  • Eine Wallfahrt zum Gnadenbild und
  • Lubertus von Schwansbell

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Die Kanzel

Matthäus
Markus
Jesus
Lukas
Johannes
 

Die Kanzel aus der St.-Marien-Kirche stammt aus dem Jahre 1855 und wurde vom Landwirt "Fried. Schulze zu Gahmen" gestiftet. Für eine farbige Fassung reichte das Geld damals nicht aus. So wurde die Kanzel zunächst nur mit einem Ölanstrich versehen.

1856 bekam die Gemeinde ein weiteres Geldgeschenk von 50 Reichstalern. Damit konnten die Kanzel und der Schalldeckel farbig gefasst werden.

Während die Kanzel in der alten Kirche am südöstlichen Rundpfeiler aufgehängt war, erhielt sie in der neuen Kirche im Jahre 1899 ihren Platz am nordöstlichen Rundpfeiler. 

 

Nach der Kirchenrenovierung 1976 erhielt die Kanzel zunächst einen Platz in der Sakristei. Im Jahre 2002 schließlich wurde die Kanzel geringfügig umgestaltet, erhielt eine Abdeckplatte und dient nun als Altartisch, vor allem für Familen- und Sondergottesdienste.

 

Die Kanzel ist ein Sechseck. Eines der Felder diente als Eingang, die übrigen sind mit Statuen ausgefüllt. Die fünf Statuen stellen Jesus und die vier Evangelisten dar. Die heutige Reihenfolge ist wie auf den obigen Bildern:

Matthäus, Markus, Jesus, Lukas und Johannes.

 

(Auszug aus der Infoschrift der Gemeinde, Text Hans Krämer, 2003)

 

 


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Die Orgeln


 

Stockmann-Orgel

Die Anschaffung der ersten Orgel in der St.-Marien-Kirche ist nicht belegt.

Sicher ist nur, dass ein derartiges Instrument schon vor dem Dreißigjährigen Krieg vorhanden war.

Im Laufe der Zeit sind in den Schriften mehrere Hinweise auf Orgeln enthalten. Näheres dazu finden Sie in der Informationsschrift "St.-Marien - Die Orgel" unserer Kirchengemeinde.

1995 fiel die Entscheidung, das aus dem Jahr 1908 stammende verbrauchte und marode Vorgängerinstrument , welches mehrfach umgebaut, renoviert und repariert worden war, durch eine neue leistungsfähige Orgel zu ersetzen.

Der Auftrag ging 1996 an die Fa. Gebr. Stockmann aus Werl.

Am 19. Januar 1998 begann in der Kirche der Einbau. Am 12. Februar 1998 begann Herr R. Ebben von der Firma Stockmann mit der Intonation. Am Palmsonntag, 05.04.1998, wurde die neue Orgel feierlich eingeweiht.

Die Disposition der Stockmann-Orgel finden Sie hier.

 

Regelmäßig finden im Sommer im Rahmen des "Orgelsommers" Konzerte mit namenhaften Musikern statt.

Weitere Infos und Termine finden Sie hier.

 

 

Klop-Orgel

Die Chororgel wurde 1983 von der niederländischen Orgelbaufirma Henk und Klop (Garderen) gebaut und befand sich zunächst in Privatbesitz.

2005 bot der Vorbesitzer die Orgel in einer Fachzeitschrift zum Kauf an. Unsere Gemeinde hat die Orgel erworben.

Das Prospekt ist aus Kirschbaumholz im Renaissance-Stil. Die Pfeifen sind ausschließlich aus Holz gefertigt, wodurch die Orgel einen außergewöhnlich warmen Klang hat.

Die Chororgel wird in Kammerkonzerten, vor allem aber in Werktagsgottesdiensten sowie in Gottesdiensten mit kleinerer Gemeinde wie Taufen oder Seelenämter genutzt. Außerdem dient sie den Chören der Gemeinde als Begleitinstrument.

Die Disposition der Klop-Orgel finden Sie hier.

 

 


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Veröffentlichungen

 

 

St. Marien zu Lünen

Ein Kapitel Stadtgeschichte Band I (aus der Schriftenreihe des Stadtarchivs Lünen, Band 13)

von Wilfried Heß, 1993

Herausgeber Stadt Lünen, ISSN 0932-1667

 

 

St. Marien zu Lünen

Ein Kapitel Stadtgeschichte, Band II (aus der Schriftenreihe des Stadtarchivs Lünen Band 15)

von Wilfried Heß, 1996

Herausgeber Stadt Lünen, ISSN 0932-1667

 

 

St. Marien - Lünen, Die Orgel

Wissenswertes über die Stockmann-Orgel in der St.-Marien-Kirche

von Hans Krämer, 1998

Herausgeber Katholische Kirchengemeinde St. Marien

 

Diese informative Broschüre ist derzeit leider vergriffen.

 

 

Ein Besuch in Lünen, Geschichte - nicht nur Kindern erzählt

Eine Führung durch die Innenstadt von Lünen an der Lippe und die St. Marien Kirche

von Hans Krämer, 2002

Eigenverlag

 

 


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