Die Führer-Orgel in der St. Gottfried-Kirche

Die Orgel in der St.Gottfried-Kirche wurde 1970 von der Orgelbaufirma Alfred Führer in Wilhelmshaven erbaut.

Ihre Weihe fand statt am 18. Oktober 1970 mit Dechant Köckemann aus Werne und Domorganist Heinrich Stockhorst aus Münster. Die Planung und Disponierung der Orgel erfolgte unter Beratung mit dem Domorganisten Herrn Stockhorst in Zusammenarbeit zwischen dem Orgelbauer und dem damaligen Pfarrer der Gemeinde, Heinrich Schleiner.

Das Ziel war, eine Orgel zu erstellen, die den modernen liturgischen Erfordernissen gerecht wird; die geeignet ist, Vorsänger, Chor und Gemeinde beim Wechselgesang Hilfe zu sein, und zugleich den konzertanten Ansprüchen genügt, die an eine Orgel dieser Größe gestellt werden können.

Als Begleitinstrument für den Chor sollte die Orgel dort aufstellt werden, wo auch nach der liturgischen Raumordnung von alters her der Chor seinen Platz hat, nämlich im „Chor"-Raum der Kirche. In dieser Aufstellung im Kirchenraum und durch die Aufteilung des Gesamtwerkes in eine Hauptorgel und ein Nebenwerk (Chorpositiv) ist die Orgel ein Experiment, von dem aber auf Grund der Erfahrungen, die damals schon mit einer Chororgel gemacht worden waren, zuversichtlich gehofft wurde, daß es sich in der liturgischen Praxis sowohl wie im konzertanten Gebrauch der Orgel bewähren würde.

Mit der Orgelbaufirma Führer - die es leider nicht mehr gibt – wurde damals ein kompetenter Orgelbauer beauftragt, der eine handwerklich wie klanglich hochwertige Orgel geschaffen hat. Wenn auch der Chor heute nicht mehr hauptsächlich im Chorraum singt, sondern eher vor der Hauptorgel steht, bedeutet doch das Vorhandensein des Chorpositivs über der Tür zur Kapelle ein interessantes und kostbares Kleinod in der Lüner Orgellandschaft. Durch den Standort der Hauptorgel vorne in der Kirche und in der Nähe des Altares hat der Organist einen guten Kontakt sowohl zum Priester im Altarraum als auch zur Gemeinde, was eine lebendige musikalische Gestaltung der Liturgie ermöglicht. Damit läßt sich aus heutiger Sicht sagen, daß die Orgel ihren in sie damals gesteckten Erwartungen bis heute durchaus gerecht wird.

Die Disposition der Orgel

I. Manual: Hauptwerk

 

1. Spitzflöte 8'

2. Prinzipal 4'

3. Gedacktflöte 4'

4. Flachflöte 2'

5. Sesquialtera 2fach

6. Mixtur 4-5fach 1 1/3'

7. Trompete 8'

 

II. Manual: Brustwerk (im Schweller)

 

1. Gedackt 8'

2. Blockflöte 4'

3. Prinzipal 2'

4. Quinte1 1/3'

5. Scharff 4fach 1'

6. Krummhorn 8'

 

Pedalwerk

 

1. Subbaß 16'

2. Flötenbaß 8'

3. Quintade 4'

4. Mixtur 4fach 2'

5. Fagott 16'

 

Chorpositiv: III. Manual (im Schweller)

 

1. Rohrflöte 8'

2. Gedackt 4'

3. Schwiegel 2'

4. Zimbel 1/3'

 

Koppeln: Manualkoppel BW an HW

Pedalkoppeln: HW, B.W, Pos.

Tremulant im Hauptwerk und Brustwerk

 

Als Spielhilfen 2 freie Kombinationen für Hauptorgel und Chorpositiv

 

Bausystem: Schleifladen-Orgel mit mechanischer Spieltraktur und elektrischer Registertraktur in der Hauptorgel, mit elektrischer Spiel- und Registertraktur im Chorpositiv.