Kirchenvorstands- und Pfarreiratswahlen

Aktuelles

Liebe Gemeinde!

Am 6. und 7. November 2021 finden turnusgemäß Kirchenvorstands- und Pfarreiratswahlen statt. Der Kirchenvorstand besteht in St. Marien aufgrund der Größe der Kirchengemeinde aus 16 Kirchenvorsteherinnen und -vorstehern. Alle drei Jahre ist die Hälfte des Kirchenvorstands neu zu wählen. So kann es auf der einen Seite einen Wechsel geben; zugleich ist aber auch Kontinuität gesichert.

Der Kirchenvorstand bestimmt eigenständig über das Vermögen der Kirchengemeinde. Grundlage dazu ist das Vermögensverwaltungsgesetz von 1924. Dieses regelt die Aufgaben des Kirchenvorstands, die im Wesentlichen in der Vermögens- und Personalverwaltung und in Bau- und Grundstücksfragen besteht. Der Kirchenvorstand trifft seine Beschlüsse mit einfacher Mehrheit. In seinen Entscheidungen kann der Pfarrer mit einfacher Mehrheit überstimmt werden, auch wenn der Pfarrer den Vorsitz Kraft Amtes inne hat. Seit 1924 gibt es also bereits die Gemeindeleitung durch Laien im Geltungsbereich des preußischen Konkordates!

Für eine ordnungsgemäße Wahl benötigen wir 10 Frauen und Männer, von denen 8 für den neuen Kirchenvorstand zu wählen sind. Derzeit gibt es 7 Kandidatinnen und Kandidaten, die zur Kandidatur bereit sind. Drei weitere Frauen und Männer müssen noch gefunden werden.

Der Pfarreirat ist das Leitungsgremium der Seelsorge. In St. Marien besteht dieses Gremium aus 10 ehrenamtlich tätigen Frauen und Männern. Dazu kommen die Mitglieder des Seelsorgeteams. Der Pfarreirat wird alle vier Jahre in Gänze neu gewählt. Für eine gültige Wahl werden 12 Kandidatinnen und Kandidaten benötigt. Derzeit gibt es vier Bewerberinnen und Bewerber, die für eine Kandidatur zur Verfügung stehen.

Der Kirchenvorstand und der Pfarreirat stehen vor großen Aufgaben und auch Herausforderungen. Das gilt nicht nur für St. Marien, sondern für alle Kirchengemeinden unseres Bistums und deutschlandweit. Es geht um die zukünftige Gestaltung von Seelsorge und der damit verbundenen Ausrichtung einer Kirchengemeinde. Wo werden wir in fünf oder zehn Jahren stehen? Was bedeutet das für die wirtschaftliche Situation einer Kirchengemeinde? Was benötigen wir als Kirchengemeinde, um als Kirchengemeinde in einem zunehmend säkularer werdenden Umfeld leben und wirken zu können? Was werden wir bewahren können? Was werden wir aufgeben müssen? Was muss sich ändern und wie müssen diese Veränderungsprozesse aussehen? Gibt es eine verbindliche und verbindende Idee über die zukünftige Gestalt von Kirche vor Ort in Lünen?

Die Arbeit im Kirchenvorstand und im Pfarreirat ist daher eine interessante, eine spannende und auch eine herausfordernde Aufgabe. Jedes Unternehmen muss sich vergleichbaren Aufgaben und Herausforderungen stellen. Wenn es sich diesen Herausforderungen und Aufgaben nicht stellen will oder verweigert, wird es zwangsläufig vom Markt verschwinden. Stellt es sich diesen Prozessen, dann hat es mit großer Wahrscheinlichkeit eine Zukunft.

Wer Leitung durch Laien wünscht oder fordert, der/die muss sich für diese Gremien engagieren. Als ich im Dezember 2018 die Pfarrstelle St. Marien antrat, war St. Marien mit dem Leitgedanken unterwegs: Gemeindeleitung durch Laien.

Die Kirchenvorstands- und Pfarreiratswahlen werden zeigen, ob dieser Leitgedanke nur eine Idee weniger ist oder ob diese Idee die Grundüberzeugung  einer Mehrheit der Gemeindemitglieder widerspiegelt. Wer Synodalität fordert, der/die muss sich einbringen. Eine Gemeinde, die nur darauf hofft, dass der Bischof immer genügend Seelsorgerinnen und Seelsorger in eine Gemeinde schickt, die dann schon für alles sorgen, ist eine Gemeinde ohne Zukunft!

Ich bin überzeugt, dass in den schon lange anstehenden Veränderungsprozessen, denen sich auch die Kirche vor Ort stellen muss, das Wirken des Geistes Gottes erfahrbar ist. Der Geist Gottes will eine andere Kirche mit anderen Gemeinden! Diese Kirche mit ihren Gemeinden, wie sie sich jetzt darstellt, ist bereits tot und daher eine Kirche ohne Zukunft. Aufbruch gelingt nur dort, wo Menschen aus dem Glauben heraus eine Idee von Kirche entwickeln und bereit sind, dieser Kirche ihr Gesicht zu geben.

Geben Sie Ihrer Kirchengemeinde St. Marien mit ihren Kirchorten St. Gottfried, St. Norbert, St. Ludger und St. Marien, Ihr persönliches, Ihr eigenes Gesicht! Engagieren Sie sich im Kirchenvorstand und im Pfarreirat!

Ihr Pastor Michael Mombauer!

Hier können Sie den Flyer zur Kirchenvorstands- und Pfarreiratswahl herunterladen.