Spiritueller Impuls

18. März 2019 | Spiritueller Impuls

In der Fastenzeit das Glück suchen

Die Fastenzeit gibt uns Gelegenheit noch einmal auf unser Leben zu schauen, vielleicht dankbar zu sein, für das, was uns von Gott geschenkt ist. Ich habe heute Morgen im Schulgottesdienst die Kinder gefragt: „Was wünscht ihr euch?“ Und einige von ihnen sagten: „Glücklich zu sein, oder Glück zu haben!“
Das hat mich nachdenklich gemacht. Um mich herum gibt es Menschen, die alles haben was sie sich wünschen. Die müssten doch glücklich sein, oder nicht?
Tatsächlich sind sie oft wirklich nicht. Warum ist das so? Was brauchen wir um glücklich zu sein?
Dann habe ich mich an etwas erinnert, das ich mal gelesen habe: Ein Reporter wollte herausfinden, was Glück ist und er besuchte einen sehr reichen Mann und fragte ihn, ob und warum er glücklich ist. Dieser antwortete ihm: „JA, ich bin glücklich, weil ich alles habe.“ Und er zeigte auf sein großes Anwesen.
Als nächstes besuchte er ein Ehepaar, das in einem kleinen Vorort lebte und stellte ihnen dieselbe Frage. „Wir sind glücklich weil wir uns lieben.“ sagten die zwei.
Als letztes besuchte der Reporter eine arme Frau, die in einem heruntergekommenen alten Haus lebte und stellte auch ihr die Frage nach dem Glück. Diesmal war sich der Reporter sicher, sie würde jammern und klagen, wie schlecht es das Leben mit ihr meinte. Sie antwortete mit einem Lächeln im Gesicht: „Ich bin glücklich, weil ich vieles habe, für das ich dankbar sein kann. Ich lebe, ich habe ein Dach über dem Kopf und ich habe das große Glück drei Kinder zu haben.“
Sie ging zum Fenster und zeigte auf einen schmuddeligen Hinterhof, auf dem Kinder glücklich miteinander spielten und lachten und sie sagte: „Das sind die Momente, die mich glücklich machen.

Glück bedeutet also für jeden etwas anderes. Glück ist etwas Persönliches. Jeder von uns muss ganz allein entscheiden, was Glück für ihn oder sie bedeutet. Deshalb gibt es auch nicht den einen Weg, der zum Glück führt, sondern viele unterschiedliche und jeder von uns muss seinen ganz eigenen persönlichen Weg finden. Die Fastenzeit, ist vielleicht eine Gelegenheit, über diesen Weg nachzudenken.
Dale Carnegie drückte das vor 50 Jahren so aus:
„Glück hängt nicht davon ab, wer du bist oder was du hast; es hängt nur davon ab, was du denkst.“ Sagte vor 50 Jahren Dale Carnegie, ein US-amerikanischer Kommunikations- und Motivationstrainer.
Und trotzdem, das Glück kann man nicht einfach machen und auch nicht festhalten, wenn man es einmal gefunden hat: man kann es suchen, man kann es für einen kurzen Moment genießen und dann verliert man es wieder und man fängt von vorne an.
Ich wünsche ihnen und uns ganz viele Momente, in denen wir dankbar sind, für das was wir haben, weil wir schätzen, was wir besitzen. Denn das ist ein kleiner Schritt zum Glück!

Isabell Schneider

Isabell Schneider, Pastoralreferentin