Pfarrer Praveen Mummadi

 

Verbundensein

Allen, die zu Hause eine Andacht an diesem 7. Sonntag der Osterzeit im Familienkreis oder allein feiern wollen, Grüß Gott!

Das Thema dieser Andacht ist: Verbundensein.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes. Amen.

Der gute Gott stärkt uns mit seiner Liebe, Jesus ruft uns in seine Nachfolge, und Gottes Geist wirkt in unserer Mitte. ER sei mit euch!

 Einführung

“Als Jesus in den Himmel aufgenommen war …” Mit diesen Worten beginnt die heutige Lesung aus der Apostelgeschichte. Wir haben am letzten Donnerstag das Fest Christi Himmelfahrt gefeiert.

Das bedeutet für uns, dass Jesus uns Verantwortung übertragen hat: für die Welt, für uns selbst und unser Wachsen im Glauben, für unsere Familie, für unsere Kirche und Gemeinde. Erfüllen wir das Vertrauen, das er in uns setzt? – Darüber wollen wir in dieser Andacht nachdenken und um Stärkung in unserem Glauben und für unser Tun bitten.    

Kyrie
Herr Jesus Christus,

du hast gesagt: Dient einander, wie ich euch gedient habe. Wir aber wollen oft nicht dienen, sondern lieber herrschen. Herr, erbarme dich.

du hast gesagt: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe. In unserer Liebe ist aber noch viel Unvollkommenes und Eigennütziges. Christus, erbarme dich.

du hast gesagt: Vergebt einander, wie auch ich euch vergeben habe. Wir aber tun uns oft schwer im Verzeihen. Herr, erbarme dich.

Vergebungsbitte 

Guter Gott, Christus, unser Bruder, lebt bei dir; im Hl. Geist ist er mit dir, seinem und unserem Vater, vereinigt. Lass uns erfahren, dass er uns dennoch nicht verlassen hat: Er ist ja die Mitte unserer Gemeinschaft, die treibende Kraft in unserem Handeln, und der Wegweiser, an dem wir uns ausrichten. Er ist und bleibt das Herz der Welt. Lass uns immer mehr seine Nähe spüren bis zum Ende unserer Tage. Darum bitten wir dich, der du mit ihm und dem Hl. Geist lebst und uns liebst in Ewigkeit. Amen.

Gedanken:

Wir sind Menschen und uns fehlen viele Menschen, mit denen wir gelacht, gefeiert, aber auch gebangt und immer wieder gehofft haben, wenn sie von uns Abschied nehmen. Die Freunde Jesu erleben es so: Jesus ist bei uns. Kommen wir sei­netwegen zusammen, ist er mitten unter uns. Diese Erfahrung stärkt sie auch weiter nach der Himmelfahrt Jesu.

Was aber hält diese Menschen zu­sammen?

Nach seinem Tod fehlt Jesus auch seinen Jüngern als Freund und verbindende Mitte. Drei Jahre lang waren sie täglich mit Jesus zusammen. Sie haben zusammen gesprochen, gegessen, gebetet, sicher auch gelacht und geweint. Nun ist er nicht mehr bei ihnen. Deshalb treffen sich die Jünger immer wieder, um über ihre Angst und Not, ihre Trauer und Enttäuschung zu sprechen. Obwohl Jesus nicht mehr persönlich bei ihnen ist, bleibt er durch das Erzählen Mittelpunkt ihrer Gemeinschaft.

„Er fehlt mir sehr – sie hat mich allein gelassen, ich vermisse sie sehr.“ Wenn wir jemanden fragen: „Wie geht es Ihnen?“, antworten viele Menschen so nach dem Tod eines geliebten Menschen, mit dem sie gelebt haben, obwohl der Tod vor 5, 10, 20 Jahren oder sogar noch eher war.

Lesung aus der Apostelgeschichte 1,12-14

Gebet

Guter Gott, verzeihe uns all das, was wir nicht richtig gemacht haben und lass uns auch unseren Mitmenschen verzeihen, wie auch wir sie darum bitten, uns zu vergeben, was wir ihnen gegenüber falsch gemacht haben. Amen.

Nicht ihre Herkunft oder ein gemeinsamer Beruf, sondern ihr Glaube an das, was Jesus über das Reich Gottes – und Gottes Liebe zu den Men­schen verkündet hat;

die Erfahrung: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt bin, da bin ich mitten unter ihnen“;

die gemeinsame Hoffnung, von der alle leben, dass sie mit Gottes gutem Geist getauft werden.

Letztlich ist es Jesus, der sie miteinander verbindet, der ihre Gemeinschaft begründet.

Ganz intensiv erfahrbar wird dieses Verbundensein untereinander und mit Jesus durch das Gebet, das Bitten und Danken.

„Sie verharrten einmütig im Gebet“, heißt es in der Lesung. Gemeinsames Be­ten schafft Gemeinschaft, Verbundenheit und eine Mitte. Es ist schön, wenn wir – wie die Jünger Jesu damals – auch heute erfahren und sagen können: Jesus ist die Mitte: in meinem Leben und im Leben unserer Familie und Ge­meinde. Seinetwegen sind wir ja hier beisammen, er verbindet uns auch heute noch miteinander, und er schenkt uns Gemeinschaft und Leben! Aus dieser Mitte kann ich leben, denn sie trägt und hält mich.

Wenn ich diese Erfahrung mache, dann kann ich sie auch an andere weiterge­ben. Ich kann anderen Halt sein, ih­nen helfen.

„Ich halte zu dir“, „du kannst dich auf mich verlassen“, „wir gehören zusammen“ – das macht das Leben in einer guten Gemeinschaft aus. Wenn wir eine gemeinsame Mitte haben, dann fühle ich mich auch stark. Dieses Gefühl hilft, manche Traurigkeit, Unsicherheit und Sorge zu ertragen. Dafür kann und soll ich dankbar sein.

Als Christen haben wir viele Möglichkeiten zu zeigen und zu erleben, dass Jesus unsere Mitte im Leben ist – in unseren kleinen Gemeinschaften in Familie, Schule und besonders in unseren Gemeinden.

Vertrauen wir – so wie die Jünger Jesu damals – darauf, dass Jesus auch die Mitte unseres Lebens ist. Lassen wir uns stärken durch den Hl. Geist und bitten wir, dass die Kraft dieses Geistes in unserem Leben viel Raum be­kommt und wirken kann. Amen.

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, …

Fürbitten

Jesus Christus ist unser Mittler und Fürsprecher beim Vater. Im Vertrauen auf seinen Beistand bitten wir:

  1. Für die Menschen, die ihren Glauben nicht leben können, dass sie ihn unbehindert leben, feiern und verkünden dürfen. Herr, Jesus Christus…..
  2. Für alle, die weltweit wegen ihres Glaubens und ihrer Überzeugung Nachteile und Verfolgung auf sich nehmen, dass sie den Trost und die Kraft des Heiligen Geistes erfahren.
  3. Für die Menschen, die immer noch durch Corona erschüttert sind von der hohen Anzahl der Toten. Für alle, die einen geliebten Menschen in der Sterbestunde allein lassen mussten. Für Pflegekräfte, Ärzte und Bestatter, die sie in dieser Situation begleiten.
  4. Für alle unsere Verstorbenen, die in ihrem Leben nach dem Himmel Ausschau gehalten haben: dass sie dort bei Gott das ewige Leben haben.

Vater im Himmel, du hast dich in Jesus Christus als unser Heil geoffenbart und schenkst uns ewiges Leben. Dir sei Lob und Dank, jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.

Vater unser

Schlussgebet

Guter Gott, schau auf uns Menschen – und schenke uns deine Liebe.

Schau auf alle, die in ihren Beziehungen – Familie und Freundschaft – Probleme haben, weil ihnen die Liebe verloren gegangen ist.

Wir können einander nur deshalb lieben, weil du uns zuerst geliebt hast. Lass uns in aller menschlichen Liebe den Widerschein deiner großen Liebe erkennen, die ohne Bedingungen und Einschränkungen ist. Durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Segensbitte

Bitten wir Gott nun um seinen besonderen Segen für die kommende Woche, das Pfingstfest und auch für unseren Lebens-Alltag – für uns selbst und für die Menschen, die uns am Herzen liegen:

  • Der gute Gott, der uns vertraut, segne und behüte uns.
  • Der gute Gott, der uns durch und durch kennt, lasse sein Angesicht über uns leuchten.
  • Der gute Gott, der uns Zutrauen schenkt, erhebe sein Angesicht auf uns.

So segne und begleite uns der uns liebende Gott, der Vater, der Sohn und der Hl. Geist.  Amen.

Gelobt sei Jesus Christus! – In Ewigkeit Amen.

Ihnen allen eine gesegnete Woche und vor allem: Bleiben Sie gesund!

Ihr Pfarrer Praveen Mummadi