Christina Eikens, Pastoralreferentin

Weltweite Bischofsynode zum Thema: Teilhabe, Gemeinschaft und Sendung

 

Papst Franziskus hat Redebedarf über die zukünftige Gestalt der Kirche. Genauer – es geht ihm darum, wie alle Gläubigen konkret vor Ort Gemeinschaft sein werden, welche Teilhabemöglichkeiten verwirklicht werden sollen und welcher Sendungsgedanke dabei verfolgt werden soll. Sind es immer noch die Formulierungen aus dem zweiten Vatikanum: “Die Kirche ist ja in Christus gleichsam das Sakrament, das heißt Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit.” (LG 1).

 

„Die Welt, in der wir leben und die in all ihrer Widersprüchlichkeit zu lieben und zu dienen wir berufen sind, verlangt von der Kirche eine Steigerung ihres Zusammenwirkens in allen Bereichen ihrer Sendung. Genau dieser Weg der Synodalität ist das, was Gott sich von der Kirche des dritten Jahrtausends erwartet.“ Papst Franziskus aus: Ansprache vom 17. Oktober 2021

 

Der Weg der Synode wurde offiziell durch Papst Franziskus am 9./10. Oktober 2021 in Rom eröffnet und der Prozess startet an diesem Wochenende 16./17. Oktober in allen Bistümern weltweit. Die Bischofssynode ist als dreijähriger, weltweiter Prozess geplant. In die folgenden Phasen werden die Bistümer, eine Reihe von Organisationen und schließlich die Bischofskonferenzen einbezogen, bevor der Prozess in die eigentliche Bischofssynode im Oktober 2023 in Rom einmündet.

 

“Insgesamt lese ich das Vorbereitungsdokument als Zeichen der Hoffnung und Zuversicht. Es zeigt einen neuen Stil von Synodalität, so wie es Papst Franziskus ein großes Anliegen ist. Mich ermutigt das Dokument, diesen Weg mitzugehen und gleichzeitig die Erfahrungen des Synodalen Weges bei uns in die weltkirchlichen Beratungen einzubringen. Unser Weg in Deutschland praktiziert bewusst die Weise der Unterscheidung und Umkehr.” Georg Bätzing aus: Pressemeldung Nr. 148 vom 07.09.2021 

Das Vorbereitungsdokument „Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung“ schließt mit dem Hinweis, dass es in der Konsultationsphase nicht darum geht, Dokumente zu produzieren, sondern Träume aufkeimen zu lassen (vgl. Nr. 32). Die zehn zu vertiefenden Themenfelder, die besprochen werden sollen, lauten:

I. DIE WEGGEFÄHRTEN: In der Kirche und in der Gesellschaft gehen wir Seite an Seite auf der gleichen Straße. 

II. ZUHÖREN: Das Zuhören ist der erste Schritt. Es erfordert aber, ohne Vorurteile, offenen Geistes und Herzens zu sein. 

III. DAS WORT ERGREIFEN: Alle sind eingeladen, mit Mut und Freimut [Parrhesie] zu sprechen, dh Freiheit, Wahrheit und Liebe zu integrieren. 

IV. FEIERN: Ein „gemeinsames Gehen” ist nur möglich, wenn es im gemeinsamen Hören auf das Wort Gottes und in der Feier der Eucharistie gründet.

V. MITVERANTWORTUNG IN DER SENDUNG: Die Synodalität steht im Dienst der Sendung der Kirche, an der teilzuhaben alle Glieder berufen sind.

VI. IN DER KIRCHE UND IN DER GESELLSCHAFT DIALOG FÜHREN: Der Dialog ist ein Weg der Beständigkeit, der auch Schweigen und Leiden umfasst, aber in der Lage ist, sterben Erfahrungen der Menschen und der Völker aufzugreifen. 

VII. MIT DEN ANDEREN CHRISTLICHEN KONFESSIONEN: Der Dialog unter verschiedenen Christen, vereint in der einen Taufe, hat im synodalen Weg einen besonderen Rang. 

VIII. AUTORITÄT UND TEILNAHME: Eine synodale Kirche ist eine Kirche der Teilhabe und der Mitverantwortung. 

IX. UNTERSCHEIDEN UND ENTSCHEIDEN: In Einem synodalen Stil WIRD DURCH Unterscheidung auf der Basis eines Konsenses entschieden, der aus dem gemeinsamen Gehorsam gegenüber dem Geist hervorgeht. 

X. SICH IN DER SYNODALITÄT BILDEN: Die Spiritualität des „gemeinsamen Gehens“ ist dazu berufen, Bildungsprinzip der menschlichen und christlichen Person, der Familien und der Gemeinschaften, zu werden. 

 Alle Informationen zur Bischofssynode erhalte die bei der Deutschen Bischofskonferenz: https://www.dbk.de/themen/bischofssynode-synodale-kirche-2021-2023
oder auf der Homepage der Synode: https://www.synod.va/en.html

 

Gebet für die Synode: Adsumus Sancte Spiritus

Zu Beginn jeder Sitzung des Zweiten Vatikanischen Konzils wurde das Gebet Adsumus Sancte Spiritus gesprochen. Seit Jahrhunderten werden Räte, Synoden und andere kirchliche Versammlungen mit den Worten eröffnet, die dem Heiligen Isidor von Sevilla (um 560 – 4. April 636) zugesprochen werden. Für den synodalen Weg von 2021 bis 2023 schlagen wir die folgende vereinfachte Fassung (Die Originalversion ist auf der Website der Synode zu finden.) vor, die von jeder Gruppe gebetet werden kann.

Wir stehen vor dir, Heiliger Geist,

in deinem Namen sind wir versammelt.

Du, unser wahrer Ratgeber:

komm zu uns, steh uns bei,

kehre ein in unsere Herzen.

Lehre uns, wohin wir gehen sollen;

zeige uns, wie wir das Ziel erreichen können.

Bewahre uns davor, als schwache Menschen

die Orientierung zu verlieren.

Lass nicht zu, dass Unwissenheit uns auf falsche Wege führt.

Gib uns die Gabe der Unterscheidung,

dass wir unser Handeln nicht von Vorurteilen

und falschen Rücksichten leiten lassen.

Führe uns in dir zur Einheit,

damit wir nicht vom Weg der Wahrheit
und der Gerechtigkeit abkommen,

sondern auf unserer Pilgerschaft
dem ewigen Leben entgegenstreben.

Das erbitten wir von Dir,

der du zu allen Zeiten und an allen Orten wirkst,

in der Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn

von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.