Christina Eikens, Pastoralreferentin

Diakon Dr, Opgen-Rhein

Zu Hause bleiben – das ist zur Zeit ein sehr häufig gegebener Ratschlag. Wer immer schon eher häuslich gelebt hat, dem fällt das nicht schwer. Andere fühlen sich eingesperrt. Und Schlagworte wie „Ausgangssperre“ und „Bewegungsbeschränkungen“ unterstreichen das.

Zwang kann uns unser Zuhause verderben. Dann ist es dort kaum zum Aushalten. Und wir verlieren jedes Gefühl dafür, wofür das Zuhause eigentlich steht: Es ist der Ort, wo wir hingehören, wo wir so sein dürfen, wie wir sind. Der Ort, ohne den wir Gefahr laufen würden, uns selber fremd zu werden, uns zu verlieren.

Was wichtig und wie schön es sein kann, zu Hause zu sein, davon spricht ein Text, den Kurt Weigel verfasst hat – er war viele Jahre auf der kleinen Nordseeinsel Wangerooge zu Hause.

 

Es ist Zeit,

bei mir einen Besuch zu machen.

Wie lange war ich

nicht mehr zu Hause?

Wie viele Wege bin ich gegangen,

wie viele Worte habe ich gehört,

wie viele Bilder habe ich gesehen!

 

Nun klopfe ich an die Tür bei mir:

„Bist du zu Hause?“

Ich öffne die Tür und erkenne mich wieder;

lange sprechen wir miteinander

und schweigen

und schweigen,

bis es in mir aufsteigt:

„Dank sei Gott!“

 

Da weiß ich:

Bei dir, Herr, bin ich zu Hause.

 

„Was sucht ihr?“, fragt Jesus im Evangelium des heutigen Sonntags zwei Jünger, die ihm folgen. Ihre Antwort: „Meister, wo wohnst du?“ – Menschen auf der Suche nach einem Zuhause, in dem sie bleiben können.

 

Diakon Hermann Opgen-Rhein