Christina Eikens, Pastoralreferentin

Diakon Dr. Opgen-Rhein

Impuls

Das Wasser bis zum Hals

„Rette mich, Gott, denn das Wasser geht mir bis an die Kehle! Ich bin versunken im Schlamm des Abgrunds und habe keinen Halt mehr.“ Diese Worte aus Psalm 69 sind zweieinhalbtausend Jahre alt, könnten aber genauso gut von denen stammen, die seit  Mittwochnacht durch Regen und Hochwasser ihr Hab und Gut  verloren haben, oft ihre ganze Existenzgrundlage. So oder so ähnlich waren vielleicht auch die letzten Gedanken derer, die den grausamen Tod des Ertrinkens sterben mussten. „Rette mich, Gott!“ Kann Gott retten? Warum tut er’s nicht? Der Psalm weiß darauf keine Antwort: „Ich bin erschöpft von meinem Rufen, es brennt meine Kehle. Mir versagen die Augen, während ich warte auf meinen Gott.“

Was mich an den vielen Berichten aus den Hochwasserregionen besonders beeindruckt hat: Wie viele Helfer es gibt. Die Profis vom Roten Kreuz und von der Feuerwehr, die bis zur Erschöpfung im Einsatz sind. Aber darüber hinaus auch viele, die einfach so mit ihren Treckern, ihren Schaufeln und Schüppen zur Stelle waren, zum Teil von weither. Und auch die, die einfach nur gefragt haben „Wie geht es?“ oder  versprochen haben „Ich bete für dich!“ und erlebt haben, wie gut das Menschen tut. Die vielen Helfer helfen mir, an Hoffnung zu glauben und weiter zu beten „Gott, rette!“

Diakon Hermann Opgen-Rhein