Christina Eikens, Pastoralreferentin

Pfarrer Michael Mombauer

Die zweite Lesung (1 Kor 1,26-31), die wir am kommenden Sonntag in den Gottesdiensten hören, ist so etwas wie ein Gegenentwurf zu dem, wie sich die Welt bis heute präsentiert. Paulus schreibt an seine Gemeinde in Korinth:

„… das Törichte in der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen. Und das Niedrige in der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt: das, was nichts ist, um das, was etwas ist, zu vernichten, damit kein Mensch sich rühmen kann vor Gott.“ (1 Kor 1,27-29)

Nicht nur heute, sondern auch damals, war dieser Text eine Provokation. Dieser Text erfährt eine Zuspitzung durch die Bergpredigt, die als Evangelium am kommenden Sonntag gelesen wird. Die Bergpredigt ist der Gegenentwurf Jesu zu der Welt, wie er sie vorfindet. Mit seiner Predigt nimmt er besonders die Menschen in den Blick, die nicht im Fokus der Öffentlichkeit stehen.

Weihnachten haben wir genau das gefeiert. Gott wird Mensch. Er macht sich klein, um die groß zu machen, deren Grunderfahrung es immer wieder ist, klein gemacht zu werden, sich nicht entfalten zu können, zu erleben, dass auch der scheinbar unbedeutendste Mensch Gottes Ebenbild ist.

Im Laufe meines Dienstes ist mir ein Gebet wichtig geworden:

„Gott, ich möchte gerne so sein, wie du mich haben willst,

weil du mich immer bereits so behandelst,

als wäre ich schon so.“