Christina Eikens, Pastoralreferentin

Stefan Kratochvil

Vergebung der Sünden

Am letzten Donnerstag (15.-16.09.) feierten Juden Yom Kippur, das Versöhnungsfest. Dieses Fest wird immer am zehnten Tag nach dem jüdischen Neujahrsfest begangen. Gemäß der jüdischen Überlieferung wird an Neujahr das Urteil Gottes über jeden Menschen geschrieben. Bis Yom Kippur hat jeder dann noch Zeit, Gott um Vergebung zu bitten, bevor das Urteil gesiegelt und damit gültig wird. Umkehr und Gebet wenden ein schlimmes Urteil ab, Gott vergibt.

Dies kommt uns Christen auch bekannt vor. Der Zufall will es so, dass gerade an diesem Tag das Tagesevangelium aus dem Evangelium nach Lukas erzählt, dass Jesus, im Haus eines Pharisäers eingeladen, von einer Sünderin aufgesucht wird. Die Sünderin wäscht Jesus die Füße mit ihren Tränen, trocknet sie mit ihren Haaren und küsst sie ihm. Dann salbt sie Jesus das Haar mit Öl.

Als der Pharisäer und die anderen Gäste irritiert sind, dass sich Jesus von einer Sünderin berühren lässt, erzählt er ihnen ein Gleichnis, aus dem hervorgeht, dass ein Sünder mehr Grund hat, Gott zu lieben als ein Gerechter, da dem Sünder mehr Sünden erlassen werden.

Zur Sünderin sagt er: „Deine Sünden sind dir vergeben“ und er liefert auch gleich den Grund warum ihr die Sünden vergeben werden: „Dein Glaube hat dir geholfen“.

Was die Juden an Yom Kippur feiern, hat Jesus auch uns zugesagt. Wer glaubt, dem wird Gott die Sünden vergeben. Darauf dürfen wir vertrauen. Wäre es nicht so, wer könnte bestehen? Doch Gott vergibt.

Stefan Kratochvil